Per Aspera ad Astra | Berlin
Erleben Sie einen musikalischen Abend voller Klangkraft vor historischer Kulisse in der Gedächtniskirche in Berlin. Das Akkordeonorchester Euphonia unter der Leitung von Philipp Höning widmet sein Herbstkonzert einer der ältesten menschlichen Erfahrungen: dem Weg durch schwere Zeiten hin zu Frieden, Zuversicht und neuem Aufbruch. Ein Konzert, das den Weg durch die Nacht ins Licht hörbar macht und aus Dunkel Hoffnung und Strahlkraft erwachen lässt.
Zwischen Zerstörung, Klage und innerer Einkehr
Werke wie Gustav Holsts „Mars, the Bringer of War“ und Václav Trojans „Die zertrümmerte Kathedrale“ stehen für Gewalt, Erschütterung und den Verlust vermeintlicher Gewissheiten. Samuel Barbers „Adagio for Strings“ und Alla Pavlovas „Elegy“ geben Trauer und Erinnerung eine eindringliche musikalische Stimme.
Astor Piazzollas „Invierno porteño“ richtet seinen Blick auf eine tiefe, innere Dunkelheit. Aus Léon Boëllmanns „Suite gothique“ erklingen das Gebet „Prière à Notre-Dame“ und die machtvolle „Toccata“. Max Richters „On the Nature of Daylight“ lässt schließlich bereits das Licht im Titel aufscheinen – fragil, suchend und von großer emotionaler Direktheit.
Mit Hans-Günther Kölz’ „Épisodes sur une image“ und Ian Watsons „Peace“ gewinnt der Konzertgedanke neue Farben. Maurice Ravels „Le Jardin féerique“ aus „Ma mère l’Oye“ beschwört eine märchenhafte, langsam erblühende Klangwelt. Wojciech Kilars „Orawa“ setzt dem die elementare Energie einer Musik entgegen, die sich aus kleinsten
Bewegungen zu großer Strahlkraft verdichtet.
Die außergewöhnliche Werkauswahl zeigt die klangliche Spannweite eines modernen Akkordeonorchesters: von schneidender Rhythmik und orchestraler Wucht über stille, gesangliche Linien bis zu transparenten, beinahe schwebenden Klangflächen. Euphonia macht damit hörbar, wie viel Ausdruck, Differenzierung und Farbreichtum im Akkordeon steckt.
Ein Konzertort, der das Thema in sich trägt
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist mehr als eine eindrucksvolle Kulisse. Ihre erhaltene Turmruine erinnert an Krieg und Zerstörung, während der blaue Kirchenraum für Frieden, Hoffnung und Erneuerung steht. So begegnen sich Programm und Ort in besonderer Weise. „Per Aspera ad Astra“ lädt dazu ein, diesen Weg gemeinsam zu
erleben: durch Dunkelheit hindurch – und dem Licht entgegen.